Nähgemeinschaft


Die Missionsnähgemeinschaft Altenmittlau

Auf Wunsch von Pfarrer Dr. Heribert Abel wurde im Jahre 1951 eine Nähgemeinschaft gegründet, die zunächst als Paramentengruppe arbeitete, d.h. sie fertigte Altardecken, Gewänder und Textilien für den Gebrauch in der Kirche. Im alten Schwesternhaus stand dieser Gruppe ein Arbeitsraum zur Verfügung. Nach dem Abriss des Schwesternhauses fand die Gruppe eine passende Heimstatt in der Alten Kirche, in deren 1987 renovierten Räumen das Arbeiten Freude bereitet.

Ein Hilferuf der Kinderhilfe in Paderborn – veröffentlicht im Bonifatiusboten – machte die Frauen der Nähgemeinschaft auf die Not in der Welt aufmerksam, für deren Linderung sie sich nunmehr verstärkt einsetzten. Ein Besuch von Bischof Dom Frei Osario mit dem aus Altenmittlau stammenden Brasilien-Missionar Hans Henning führte auf deren Vorschlag zu dem jetzigen Namen „Missionsnähgemeinschaft“. Als solche kümmert sich die Gruppe um die Versorgung einer Reihe von Missionsstationen mit gestrickten, gehäkelten, genähten und aufgearbeiteten Textilien wie Kleider, Hosen, Pullover, Decken usw.

Der Versand erfolgt entweder direkt in die Länder der so genannten Dritten Welt oder an die Klöster von missionierenden Orden, wobei die Sendungen mit der Bahn ab Gelnhausen oder durch ehrenamtliche Fahrer mit kostenlos bereitgestellten Großfahrzeugen transportiert werden. Hauptabnehmer sind folgende Stationen: Steyler Mission, St. Augustin; Konvent der Oblaten, Mainz; Konvent der Franziskaner, Fulda; Missionsbenediktiner, Mün-sterschwarzach; Missionsbenediktiner, Schweikenberg/Vilshofen; Mutter Theresa Vereinigung, Schönborn.

Mit Einzelpaketen werden Missionsstationen in aller Welt versorgt, darunter auch Freigerichter Missionare. Darüber hinaus gehen die Sendungen weltweit in nahezu alle Erdteile; Schwerpunkte bilden Asien, Südamerika, Afrika, Osteuropa und die Balkanstaaten.

Im Jahre 2001 konnte die Missionsnähgemeinschaft ihr 50-jähriges Bestehen feiern und dabei auf stolze Ergebnisse zurückblicken. So wurden allein in den vergangenen zehn Jahren nahezu 40.000 Kleidungsstücke hergestellt, aufgearbeitet und verschickt. Die hohen Transportkosten werden finanziert durch monatliche Papiersammlungen, wobei in den letzten 15 Jahren ca. 2.500 Tonnen Zeitungspapier von Privatpersonen zum Container in die Austraße 10 angeliefert wurden. Die vielen eingehenden Dankesbriefe aus aller Welt geben Zeugnis davon, dass mit dem Inhalt der Pakete viel Not gelindert und Freude bereitet wird. So ist es nicht verwunderlich, dass die segensreiche Arbeit der Nähgruppe weithin Anerkennung findet. Mit Recht kann sie stolz sein auf Dankesbriefe sowohl aus dem Vatikan als auch von Mutter Theresa persönlich und auch auf die von der Gemeinde Freigricht zum 40-jährigen Jubiläum verliehene Ehrenurkunde.

Von der Gründung bis heute haben insgesamt 236 freiwillige Helferinnen und Helfer zum Erfolg der Missionsnähgemeinschaft beigetragen. Zurzeit sind noch 111 Mitarbeiterinnen aktiv, von denen über 60 als Heimarbeiterinnen wirken. Regelmäßig sind 26 fleißige Damen dienstags und donnerstags in der Alten Kirche beim Nähen, Stricken, Häkeln und Verpacken anzutreffen, die dankenswerterweise von engagierten Helfern bei schwereren Arbeiten, wie beim Verladen der Pakete, tatkräftig unterstützt werden.

Ohne die Leistungen aller Beteiligten zu schmälern, seien doch die unermüdlichen Motoren Elli Höfler und ihr 1998 verstorbener Gatte Winfried Höfler erwähnt, deren Fleiß und Einfallsreichtum die Missionsnähgemeinschaft vorbildlich zusammengehalten und zu segensreichem Eifer angespornt hat.